Tag und Nacht in Haar

Der Deutschlandpokal feiert in diesem Jahr in der Softball Bundesliga Premiere. Und in der Serie zwischen Haar und Karlsruhe wurde der Sieger zum ersten Mal erst im dritten und alles entscheidenden Spiel ermittelt. Nach einem regnerischen Auftakt konnten die Spiele am Samstag erst zwei Stunden verspätet starten und endeten unter Flutlicht. Mit 9-0 hatten die Disciples dabei den perfekten Auftakt (Tag), um dann aber im zweiten Spiel ihrerseits von den Cougars mit 2-9 auseinandergenommen zu werden (Nacht). Das war allerdings nur der Vorgeschmack auf die alles entscheidende Begegnung am Sonntag. Bei klimatisch deutlich besseren und konstanten eher spätsommerlichen Bedingungen lieferten sich beide Teams ein episches Duell (mehr als drei Stunden), aus dem die Disciples als letztendlicher Sieger mit 22-18 hervorgingen. Überglücklich über diese enorme erfolgreiche Willensanstrengung dürfen die Disciples nun vorausblicken auf das kommende Wochenende. Hier werden sie die Mannheim Tornados bei sich in der Sportanlage Eglfing am Samstag ab 13 Uhr empfangen. Der Sieger dieses Duells wird in das abschließende Finale des Deutschlandpokals einziehen, das am 7. Oktober in Neunkirchen im Zusammenspiel mit dem Länderpokal Jugend angesetzt ist.

Spiel 1: Dominante Offensive kam anständig ins Rollen
Mit zwei Stunden verspätet gestartet, brauchte die Haarer Offensive als Gastmannschaft in diesem ersten Spiel der Serie ein wenig Zeit, gegen Pitcher Steffi Küpers ins Spiel zu finden. Gelangen in den ersten zwei Durchgängen nur je ein Single durch Stephanie Watts und Christina Dietrich, so fanden die Disciples anschließend deutlich besser ins Spiel. Den umgekehrten Verlauf nahm dagegen die Offensive der Cougars. Mit zwei Singles im ersten Durchgang durch Julia Königs und Steffi Sachers verheißungsvoll gegen Pitcher Elisa Diefenbach gestartet, sollten dies die beiden einzigen Hits im ersten Spiel der Cougars sein. Nur noch je ein Walk für Steffi Sachers und Lisa Kälblein in den Durchgängen vier und fünf waren auf der Habenseite der Cougars zu verbuchen.
Ganz anders dagegen die Disciples, die sich ab dem dritten Durchgang immer mehr entscheidend absetzen konnten. Mit zwei Aus waren es Singles von Maike Schütt und Stephanie Watts, die gefolgt von einem Triple von Fridi Meinck für die 2-0-Führung der Disciples sorgen konnten. Erneut mit zwei Aus waren es im vierten Spielabschnitt vier zwei Singles von Dilsâd Babayigit und Mandy Phillips, die auf einen folgenschweren Fehler in der Verteidigung der Cougars das 4-0 für die Disciples einbrachten.
Der endgültige Durchbruch gelang den Disciples in Inning fünf. Einem Double von Nadine Lütticke zum Auftakt folgten bei zwei Aus eine Serie von sechs Hits (Single von Dilsâd Babayigit, Double von Mandy Phillips und Singles von Maike Schütt, Stephanie Watts, Fridi Meinck und Christina Dietrich), die am Ende für fünf Punkte sorgte und die Führung auf 9-0 hochschraubte.
Mit diesem Ergebnis sollte die Partie für die Disciples um viertel vor fünf enden, die mit dieser Leistung sehr zufrieden sein durften. Angesichts der vorgerückten Uhrzeit stellte sich aber auch die Frage, ob das zweite Spiel überhaupt noch am Samstag untergebracht werden konnte. Da aber das Oktoberfest in München an diesem Tag begann und die Hotelpreise in München und weiterer Umgebung alles andere als feierlich sind, sollte im allseitigen Einverständnis dieses Wagnis in Angriff genommen werden.

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Spiel 2: Völlig gedrehter Spielverlauf
Was auch immer es am Ende war, das ursächlich für die Niederlage war – es ist im Nachgang betrachtet nicht zu ändern und auch schwer zu verstehen. Waren es die erstmals in diesem Jahr guten Schlagerfolge gegen Steffi Küpers, die die Haarer Mannschaft in Sicherheit wiegen ließen, dass es im zweiten Spiel gegen Pitcher Johanna Möhring so weitergehen würde? War es die Vorstellung, dass nicht sein kann, was nicht sein darf? So ist nun aber einmal Sport und der Spielverlauf des ersten Spiels hatte so gar nichts zu tun mit dem, was im zweiten Spiel ablief.
Mit Pitcher Mandy Phillips für Haar am Start waren es gleich im ersten Durchgang drei Singles von Teresa Stiglic, Helena Crowell und Ruth Charisius, die gepaart mit einem Walk für Sophie Kirsten die ersten zwei Punkte des Tages für Karlsruhe zur frühen 2-0-Führung für Karlsruhe einbrachten. Im Gegenzug stand bei Haar außer einem Walk für Maike Schütt in Durchgang eins nichts Zählbares im Spielprotokoll.
In Inning zwei blieben zwei Feldspielfehler der Disciples Defensive gepaart mit einem Walk für Teresa Stiglic letzten Endes folgenlos. Doch im Gegenzug fand die Haarer Offensive keine Mittel und Wege, ihrerseits Läufer auf Base zu bringen.
Durchgang drei ließ die Cougars dann deutlich wegziehen. Singles von Sophie Kirsten und Ruth Charisius zum Auftakt wurden bei zwei Aus mit einem Double von Lisa Kälblein zu weiteren zwei Punkten verwertet. Ein weiterer Single von Julia Königs sorgte für das 5-0 für die Cougars. Dieser geballten Offensive konnten die Disciples in diesem Abschnitt immerhin einen Punkt entgegensetzen. Ein Error im Outfield zusammen mit einem weiten Flyball von Mandy Phillips bei einem Aus brachte den 1-5-Anschluss aus Haarer Sicht über die Platte.
Inning vier stellte den endgültigen Durchbruch der Cougars sicher. Zwei Singles von Steffi Sachers und Helena Crowell folgte bei einem Aus ein Triple von Ruth Charisius, der zwei weitere Punkte einbrachte. Auch der anschließende Pitcherwechsel auf Elisa Diefenbach konnte das 8-1 der Cougars und einen weiteren Single von Linda Mößner nicht verhindern. Dagegen setzten die Disciples in ihrer Offensive auch deutlichere Lebenszeichen ab. Doch ein Walk für Stephanie Watts und Singles für Fridi Meinck und Nadine Lütticke brachten nur einen Anschlusspunkt zum 2-8 nach Hause.
Im dann doch letzten Spielabschnitt kam es zur vorzeitigen Entscheidung für die Cougars. Unter Flutlicht behielten die Gäste aus Karlsruhe die Übersicht und verwerteten zwei Singles von Teresa Stiglic und Steffi Sachers und Walks für Helena Crowell und Ruth Charisius zu einem weiteren Punkt zum 9-2. Dem konnte Haar trotz eines Feldspielfehlers der Cougars nichts mehr Entscheidendes entgegensetzen.

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Weiter ging es mit Spiel 3

Ingo Leven
Haar Disciples

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